Archive für 30.1.2010

Bodo Marschall „Der Zauberkristall“

der-zauberkristall.jpgBodo Marschall ist tatsächlich Förster und Waldpädagoge. Zusammen mit dem Illustrator Christoph Semmelrodt hat er jetzt dieses zauberhafte Kinderbuch „Der Zauberkristall“ geschaffen. Das Mädchen Marie unternimmt mit ihrem Vater eine aufregende Reise unter den Waldboden. Hier treffen sie neben Regenwürmern und Schneidekäfern auch auf Springfußkobolde, diverse Elfen und den Heinzelmann Pit, der sie in die ganz spezielle Wunderwelt unserer Natur einführt, viel Wissenswertes vermittelt und versucht, ein Bewusstsein für unsere Ökologie zu entwickeln. Biologische Zusammenhänge werden erklärt und das Thema der Umweltverschmutzung nicht nur durch große Konzerne, sondern durch jeden Einzelnen wird aufgegriffen. Kinder ab 4 Jahre lernen so ein wichtiges Stück unserer Welt kennen.

Carlos Ruiz Zafon „Der dunkle Wächter“

der-dunkle-wachter.jpgBevor Carlos Ruiz Zafon mit „Der Schatten des Windes“ völlig zurecht zu Weltruhm gelangte, schrieb er sich mit „Der dunkle Wächter“ vor allem in die Herzen der jugendlichen Lesegemeinde. Der zweite Band dieser sagenhaft spannenden Reihe steht bereits in den Startlöchern. Wahrhaft schaurig geht es zu, nichts ist wie es scheint und unzählige dunkle Fragen harren ihrer Antwort. Ein Buch für alle ab 15 Jahre und natürlich für jeden Fan von Carlos Ruiz Zafon.

Wolfgang Martynkewicz „Salon Deutschland“

salon-deutschland.jpgDas Buch „Salon Deutschland“ von Wolfgang Martynkewicz erzählt ein beinah vergessenes, nichtsdestotrotz ungemein interessantes Kapitel intellektu- eller deutscher Geschichte. Der Salon der Verlegerfamilie Bruckmann in München genoß unter den Künstlern und Denkern zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen überaus guten Ruf. Hier gingen Rainer Maria Rilke, Hugo von Hofmannsthal, Harry Graf Kessler oder Houston Stewart Chamberlain ein und aus. Der verlorene 1. Weltkrieg sorgte für eine starke Politisierung des Salongeschehens, und nicht zuletzt die stark nationale Gesinnung des Verlegers und vor allem seiner Frau trugen dazu bei, daß es nicht lange dauerte, und solche Gestalten wie Adolf Hitler, Rudolf Heß und der ebenso fragwürdige Heinrich Himmler hielten Einzug. Der Autor untersucht anhand dieser Vorgänge sehr schlüssig und populär die Radikalisierung einer an sich denkenden und schöpferischen Elite, die sich jedoch von falschen Leitbildern und durch überzogene Selbstapotheose zum Steigbügelhalter von Barbarei und Grausamkeit machen ließ. Ein Buch, nicht zum schnell Weglesen, sondern zum Nach- und Weiterdenken.

Peter Scholl-Latour „Die Angst des weißen Mannes“

die-angst-des-weisen-mannes.jpgDas neue Buch von Peter Scholl-Latour heißt „Die Angst des weißen Mannes“. Einmal mehr glückt es diesem unnachahmlichen Grandseigneur des politischen Journalismus mittels leichtfüßiger Erzählkunst und seinem unglaublichen Wissens- und Erfahrungsschatz, die scheinbar kompliziertesten Vorgänge auf der Welt zu erläutern, verständlich zu machen, und den Leser dazu zu zwingen, zunächst Offensichtliches durch eine andere Brille zu betrachten, und so zu Einsichten zu kommen, die komplexer sind und nicht auf der Hand liegen. In diesem Buch konzentriert sich der Fokus auf Südostasien, Afghanistan und Teile der ehemaligen Sowjetunion. Die Welt ist mehr im Wandel, als wir glauben. Scholl-Latour erklärt faszinierend, wie dieser Wandel aussieht und warum wir nicht vor ihm davon laufen können, ganz egal, wie schnell wir sind.

Simon Sebag Montefiore „Katharina die Große und Fürst Potemkin“

katharina-die-grose-und-furst-potemkin.jpgDas Leben von Katharina der Großen, Zarin von Russland, wurde mit solch zauberhaft anzusehenden Damen wie Julia Ormond oder Catherine Zeta Jones bereits hinlänglich verfilmt. Doch wie viel davon ist Wahrheit, wie viel Fiktion? Vor allem um die Liebe zwischen Katharina und Fürst Potemkin, eben jenem, dem wir die berühmten Dörfer verdanken, ranken sich Unmengen an Legenden und Anekdoten. Simon Sebag Montefiore, der schon durch eine grandiose zweibändige Stalin-Biographie für Aufsehen sorgte, hat mit seinem Buch „Katharina die Große und Fürst Potemkin“ eine hervorragend geschriebene Chronologie beider Leben vorgelegt und räumt dabei mit all dem romantisierten Schnickschnack auf , der den Blick auf die Realitäten verstellt. Wer sich in das Russland des 18.Jahrhunderts versetzen möchte, ohne dabei von langschweifigen, trockenen Texten gelangweilt zu werden, der sollte sich diese Doppelbiographie zu Gemüte führen. Exakte Historie wird hier spannender als ein Krimi und romantischer als ein Liebesfilm geschildert.

John Grisham “Der Anwalt”

grisham-der-anwalt.jpgSeit „Die Firma“ erübrigt es sich eigentlich, zu Grishams Büchern noch viel zu sagen, denn der Autor ist mittlerweile weltweit ein Markenzeichen für nervenaufreibende Spannung bis zur letzten Seite. Aber lassen Sie mich dennoch kurz die Handlung skizzieren. Wie der Titel schon sagt steht ein Anwalt im Mittelpunkt. Dieser hat für sich eine Karriere im Blickfeld, die sich vor allem der uneigennützigen Hilfe für die ärmeren Menschen widmen soll. Doch eine längst vergessen geglaubte Jugendsünde macht ihn schlagartig erpressbar und er wird gezwungen, in eine der angesehendsten Kanzleien für Besserverdienende einzutreten, um dort, im Dienste einer obskuren Organisation einen geheimnisvollen und für ihn letztlich lebensgefährlichen Auftrag durchzuführen. Wie er da wieder herausfindet, das ist echtes Kino für den Kopf.

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